Wenn ein Mensch zu Hause palliativ begleitet wird, geht es selten um eine einzige Entscheidung. Es geht um viele kleine, kluge Schritte, die zusammen mehr Ruhe bringen. Für Betroffene, Angehörige und auch für Fachpersonen. Im Kanton Zürich gibt es dafür praxisnahe Checklisten und Handlungsempfehlungen, die vor allem die allgemeine Palliative Care abdecken und bei komplexen Verläufen den Zugang zur spezialisierten Unterstützung erleichtern.[4]
Diese Checkliste ist für Sie geschrieben, wenn Sie als Angehörige oder betroffene Person Orientierung suchen, oder wenn Sie als Bezugsperson die Zusammenarbeit mit Hausarztpraxis, Spitex und weiteren Angeboten strukturieren möchten. Sie ist bewusst alltagstauglich formuliert, bleibt aber nahe an den Empfehlungen aus Zürich und der Schweiz.[2]
1) Erste Klärung: Bin ich in einer Palliativsituation?
Viele Familien erkennen eine Palliativsituation nicht an einem einzelnen Datum, sondern an einer Veränderungen im Verlauf. Genau hier setzt die Zürcher Kurzklärung für Hausärztinnen und Hausärzte an. Sie arbeitet mit typischen Auslösern und dem Blick auf aktuelle Bedürfnisse, damit das Versorgungsnetzwerk rechtzeitig aktiviert werden kann und unnötige Spitalaufenthalte vermieden werden.[2]
Diese Anzeichen sprechen oft dafür, dass jetzt Palliative Care sinnvoll wird:
Die Lebenserwartung wird auf weniger als 12 Monate geschätzt.[2]
Es gab wiederholt Spitalaufenthalte oder Notfallsituationen in kurzer Zeit.[2]
Ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent.[2]
Abhängigkeit in mindestens zwei Aktivitäten des Alltags wie Essen, Mobilität oder Körperpflege.[2]
Ebenso wichtig ist der zweite Blick. Was wird aktuell gebraucht? Dazu zählen der ausdrückliche Wunsch nach palliativem Fokus, belastende Symptome wie Atemnot oder Schmerzen, oder eine Überforderung des sozialen Umfelds. Wenn Unsicherheit bleibt, wird in Zürich auch ein vertieftes Assessment empfohlen oder die Einbindung spezialisierter Teams.[2]
2) Ziele zu Hause: Was soll unbedingt gelingen?
Viele Menschen wünschen sich, in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Damit das realistisch und sicher ist, braucht es gemeinsame Ziele, die alle Beteiligten kennen. Gute Palliative Care orientiert sich an Lebensqualität, Symptomkontrolle, Selbstbestimmung und Entlastung. In der Schweiz wird dieser Ansatz interprofessionell verstanden. Medizin, Pflege, psychosoziale Begleitung und Koordination greifen ineinander.[1]
Hilfreich ist, sich früh auf drei Leitfragen zu einigen. Was gibt Sicherheit? Was soll auf keinen Fall passieren? Und wer übernimmt welche Rolle, wenn es schwieriger wird? Die Gesprächskarten der Stadt Zürich können dabei unterstützen, Worte zu finden und Prioritäten sichtbar zu machen.[10]
3) Die Herzstücke der Checkliste für zu Hause
Wenn wir Familien in Zürich begleiten, zeigt sich immer wieder, dass drei Elemente den Alltag spürbar stabilisieren. Erstens vorausschauende Planung, zweitens strukturiertes Symptommanagement und drittens ein Netzwerk mit klaren Wegen.
Diese Punkte gehören in eine praxistaugliche Palliative Care zu Hause Checkliste:
Aktuelle Kontaktliste mit Telefonnummern und Zuständigkeiten für Tag und Nacht.
Aktuelle Medikamentenliste, inklusive Bedarfsmedikation und Einnahmeplan.[2]
Ein klarer Notfallplan für typische Akutsituationen und das Vorgehen im Notfall.
Dokumente zur Vorausplanung wie Patientinnenverfügung oder Vorsorgedossier sowie der festgehaltene Reanimationsstatus, wenn dazu bereits entschieden wurde.[2]
Eine kurze Übersicht über Belastungen und Ressourcen im Umfeld, damit Angehörige nicht still überfordert werden.
4) Symptommanagement: lieber vorbereitet als überrumpelt
Zu Hause sind es oft wiederkehrende Symptome, die Angst machen, insbesondere wenn sie am Abend auftreten. Atemnot, Blutungen oder Stoffwechselentgleisungen gehören zu den Situationen, bei denen klare Handlungswege den Unterschied machen. Die Notfall Empfehlungen von palliative.ch sind dafür eine wertvolle Grundlage, weil sie typische Szenarien verständlich und handlungsorientiert abbilden.[6]
Für die häusliche Praxis lohnt es sich, die Notfallplanung konkret zu machen und nicht nur allgemein zu halten. Das gelingt, wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zusammen mit der Pflege festlegt, welche Medikamente als Bedarf bereitliegen, wann diese eingesetzt werden und ab welchem Punkt eine ärztliche Rücksprache nötig ist. Für spezifische Situationen können diese Leitfäden helfen:[7][8]
Wichtig ist auch die tägliche Beobachtung, weil sie Verschlechterungen früh sichtbar macht. Dazu gehören Schlaf, Essen und Trinken, Mobilität, Schmerzen, Atemmuster, Unruhe und die Belastung der Angehörigen. Wenn diese Veränderungen dokumentiert werden, kann das Team schneller reagieren, oft bevor es kritisch wird.
5) Vernetzung im Kanton Zürich: Wer hilft wann?
Im Kanton Zürich ist Palliative Care als Netzwerk gedacht. Die allgemeine Palliative Care deckt einen grossen Teil der Situationen ab, typischerweise in der Zusammenarbeit von Hausarztpraxis und Spitex. Bei instabilen oder komplexen Verläufen wird spezialisierte Unterstützung beigezogen, damit Symptome besser kontrolliert werden können und Entscheidungen nicht unter Druck stattfinden.[4]
Diese Orientierung hilft vielen Familien:
Hausärztin oder Hausarzt bleibt häufig die medizinische Basis und kennt die Krankengeschichte.
Spitex kann pflegerische Unterstützung und Koordination übernehmen und je nach Angebot auch palliative Expertise ergänzen. Als öffentlicher Orientierungspunkt wird in Zürich auch Spitex Zürich mit palliativem Angebot genannt.[5]
Mobile Palliative Care Teams im Kanton Zürich unterstützen bei komplexen Situationen und helfen, die Betreuung zu stabilisieren.[4]
Palliative Care Kompetenzzentren bieten ambulante Sprechstunden und Konsiliardienste und können bei schwierigen Fragen gezielt beigezogen werden.[2]
Ein Punkt entlastet viele Angehörige sofort. Hausärztinnen und Hausärzte müssen nicht rund um die Uhr erreichbar sein. In Zürich wird explizit beschrieben, dass ein Hintergrunddienst durch Spitex oder spezialisierte Teams diese Lücke schliessen kann, damit nachts nicht jede Unsicherheit zum Notfall wird.[2]
6) Kommunikation, Kultur, Familie: die migrationssensitive Perspektive
In der Palliative Care sind Entscheidungen oft mit Werten, Religion, Familienrollen und Sprache verbunden. Darum ist eine migrationssensitive Checkliste hilfreich, die Symptome, Entscheidungswege und Ressourcen im Umfeld strukturiert anspricht. Sie unterstützt Teams dabei, nicht vorschnell zu interpretieren, sondern gemeinsam zu verstehen, was die Person wirklich möchte und was die Familie tragen kann.[3]
Für den Alltag heisst das auch, Übersetzungen früh zu organisieren, die wichtigsten Dokumente in einer verständlichen Form bereitzuhalten und Gespräche so zu planen, dass alle relevanten Personen teilnehmen können. Das senkt Konflikte und stärkt Vertrauen.
7) Kosten und Organisation: was wird übernommen?
Finanzierung ist selten das Erste, worüber Familien sprechen möchten. Dennoch gibt sie Sicherheit, wenn Sie früh wissen, welche Leistungen typischerweise über die Grundversicherung laufen und wo zusätzliche Abklärungen sinnvoll sind. Im Zürcher Kontext wird beschrieben, dass die allgemeine Palliative Care im Rahmen der üblichen Leistungen über das KVG abgedeckt wird, während spezialisierte Leistungen je nach Situation und Versicherungsstatus anders geregelt sein können.[4]
Praktisch hilft es, wenn Sie gemeinsam mit der Pflege klären, wie hoch der Unterstützungsbedarf im Alltag ist, ob eine Einstufung vorliegt und ob Ansprüche wie Hilflosenentschädigung relevant werden könnten. Auch die Restfinanzierung durch Kanton oder Gemeinde kann in bestimmten Konstellationen eine Rolle spielen.[4]
8) Wie Swisscare Züri Sie zu Hause begleitet
Checklisten schaffen Struktur. Was sie nicht ersetzen, ist menschliche Nähe. Genau hier setzt SwissCare Züri an. Wir verbinden professionelle Pflege mit ruhiger, verlässlicher Präsenz, damit Sie zu Hause nicht das Gefühl haben, alles allein koordinieren zu müssen.
Wir unterstützen Sie dabei, die relevanten Punkte aus der Zürcher Praxis in Ihren Alltag zu übersetzen. Dazu gehören eine sauber geführte Notfallmappe, ein Plan für Nächte und Wochenenden, die Abstimmung mit der Hausarztpraxis und eine Beobachtung, die Veränderungen früh erkennt. Wenn spezialisierte Dienste sinnvoll sind, helfen wir beim Timing, bei der Vorbereitung der Unterlagen und bei der Zusammenarbeit im Netzwerk. Als Angehörige sollen Sie wieder Luft bekommen. Als betroffene Person sollen Sie spüren, dass Ihre Wünsche im Zentrum bleiben.
Wenn Sie sich gerade fragen, ob es schon Zeit ist, Unterstützung zu holen, ist das oft ein Zeichen, dass eine kurze Standortbestimmung gut tut. Eine einzige klärende Besprechung kann reichen, um aus Unsicherheit einen Plan zu machen.
Quellen
https://www.bag-blueprint.ch/informationen-zu-palliative-care-fuer-hausaerztinnen-und-hausaerzte
https://www.zh.ch/de/gesundheit/strategien-programme/palliative-care.html
https://www.spitex-zuerich.ch/dienstleistungen/palliative-begleitung
https://pallnetz.ch/fuer-fachpersonen/arbeitsinstrumente-fuer-fachpersonen/
Wenn Sie Palliative Care zu Hause in Zürich planen oder gerade mitten drin sind, begleitet SwissCare Züri Sie mit Herz, Struktur und professioneller Ruhe, damit aus vielen Fragen ein verlässlicher Alltag wird.
