Mobilisation nach Oberschenkelhalsbruch: Leitfaden für Angehörige im Kanton Zürich

Mobilisation nach Oberschenkelhalsbruch: Leitfaden für Angehörige im Kanton Zürich

Ein Oberschenkelhalsbruch verändert den Alltag schlagartig. Für viele Familien beginnt nach der Operation nicht nur die Heilung, sondern auch eine neue Form von Zusammenarbeit zwischen Patientin oder Patient, Therapieteam und Angehörigen. Die gute Nachricht ist, dass in der Schweiz die Frühmobilisation sehr früh startet, oft bereits am ersten Tag nach der Operation, damit Muskeln, Kreislauf und Gangbild nicht unnötig abbauen. Genau in dieser Phase können Angehörige entscheidend helfen, indem sie Sicherheit geben, Abläufe auf zuhause vorbereiten und die kleinen Schritte sichtbar machen, die am Ende grosse Selbstständigkeit bringen.

Warum frühe Mobilisation so wichtig ist

Nach einer Schenkelhalsfraktur zählen die ersten Tage. In Zürcher Spitälern wird deshalb so rasch wie möglich operiert, häufig innerhalb weniger Stunden, damit anschliessend unter Anleitung aktiv bewegt werden kann. Das reduziert Risiken wie Muskelabbau, Kreislaufprobleme und Unsicherheit beim Aufstehen. Frühzeitiges Üben im Liegen, Sitzen und später im Stand schafft die Basis, um wieder sicher zu gehen und Stürze zu vermeiden.

Wichtig ist dabei immer die individuelle Vorgabe des Behandlungsteams. Je nach Frakturtyp, Fixation oder Prothese kann Teilbelastung oder frühe Vollbelastung möglich sein. Angehörige müssen das nicht selbst entscheiden, aber sie können nachfragen, welche Belastung zu welchem Zeitpunkt erlaubt ist und welche Hilfsmittel zuhause wirklich passen.

Der typische Ablauf in drei Phasen

Der Weg zurück ins Gehen verläuft meist in Etappen. Die konkrete Reihenfolge und Geschwindigkeit unterscheiden sich, doch drei Abschnitte begegnen Angehörigen besonders häufig.

  • Frühphase im Spital in den ersten Tagen nach der Operation. Unter physiotherapeutischer Anleitung wird zuerst im Bett mobilisiert, dann an die Bettkante gesetzt und später aufgestanden. Geübt wird oft auch das sichere Drehen, das Aufstehen aus dem Stuhl und die ersten Schritte mit Unterarmgehstützen oder Rollator. Parallel wird auf gutes Schmerzmanagement geachtet, weil Schmerzen sonst zu Schonhaltungen führen, die das Gangbild bremsen.

  • Stationäre Rehabilitation über häufig zwei bis drei Wochen, je nach Situation. Hier geht es stärker um Alltagstauglichkeit. Dazu gehören Transfers, längere Gehstrecken, Treppensteigen sowie Training für Ausdauer und Gleichgewicht. Ergotherapie ergänzt dies mit praktischen Strategien für Anziehen, Duschen und Küche, damit zuhause weniger Risiko entsteht.

  • Ambulante Phase nach der Entlassung. Zuhause wird weiter geübt, oft mit Physiotherapie-Terminen und klaren Hausübungen. Die Intensität wird schrittweise angepasst, während Kontrollen und je nach Verlauf eine Röntgenkontrolle nach mehreren Wochen die Heilung bestätigen. Bis zur stabilen Vollbelastung werden häufig ungefähr sechs bis acht Wochen genannt, wobei Alter, Knochenqualität und Operationsart eine Rolle spielen.

Was Angehörige konkret tun können, ohne zu überfordern

Angehörige müssen nicht jeden Übungsschritt kennen. Wirksam ist vor allem, den Rahmen zu schaffen, in dem Training möglich und sicher ist. Das beginnt im Spital mit einfachen, respektvollen Fragen an Physio und Pflege, etwa welche Bewegung vermieden werden soll, wie das richtige Aufstehen aussieht und welches Hilfsmittel aktuell empfohlen wird. So entsteht ein gemeinsamer Plan, statt gut gemeinter Improvisation.

Im Alltag helfen diese drei Grundsätze:

  • Rhythmus statt Druck. Kurze, regelmässige Übungszeiten sind oft besser als seltene Kraftakte.

  • Sicherheit vor Geschwindigkeit. Ein stabiler Stand, korrekt eingestellte Gehhilfen und klare Wege sind wichtiger als viele Schritte.

  • Erfolge sichtbar machen. Notieren Sie kleine Fortschritte wie längere Gehstrecken oder weniger Pausen. Das motiviert und hilft bei Verlaufsgesprächen.

Zuhause vorbereiten: Sturzprävention, die wirklich wirkt

Viele Rückschläge entstehen nicht durch mangelnden Willen, sondern durch eine Umgebung, die nach der Entlassung noch auf Vorunfall-Niveau ist. Sturzprävention bedeutet im Kern, dass Wege klar, Griffe erreichbar und alltägliche Handlungen ohne riskante Verrenkungen möglich werden. Planen Sie am besten vor der Entlassung eine kurze Begehung der Wohnung und stimmen Sie die Anpassungen mit der Therapieempfehlung ab.

Bewährt sind insbesondere folgende Massnahmen:

  • Stolperfallen entfernen, insbesondere lose Teppiche, Kabel und Zeitungsstapel in den Laufwegen.

  • Gute Beleuchtung für Nachtwege, zum Beispiel ins WC. Bewegungsmelder können helfen.

  • Haltegriffe dort, wo Drehbewegungen passieren, etwa bei Dusche und WC. Ergänzend sind ein Duschhocker und ein erhöhter Toilettensitz häufig eine Entlastung.

  • Sitzhöhe optimieren. Ein zu tiefer Sessel erschwert das Aufstehen und erhöht das Sturzrisiko.

  • Hilfsmittel korrekt einstellen lassen. Rollator und Unterarmgehstützen müssen zur Körpergrösse und zur Wohnsituation passen, damit sie nicht selbst zur Gefahr werden.

Hilfsmittel und Belastung: lieber einmal mehr nachfragen

Nach einem Oberschenkelhalsbruch kommen oft viele Informationen gleichzeitig. Gerade bei Hilfsmitteln lohnt sich ein klarer Abgleich mit der Therapieanleitung. Fragen Sie konkret, ob Teilbelastung oder Vollbelastung vorgesehen ist, wie viele Treppen zuhause zu bewältigen sind und ob ein Rollator oder Unterarmgehstützen besser passen. Je nach Verlauf kann das empfohlene Hilfsmittel wechseln, und was im Spitalflur gut funktioniert, ist in einer engen Altbauwohnung vielleicht unpraktisch.

Wenn Unsicherheit besteht, ist eine kurze Rücksprache mit Physiotherapie oder Ärzteteam sinnvoll. Mobilisation ist immer individuell, und die sicherste Variante ist die, die medizinisch freigegeben ist und in der realen Wohnung umsetzbar bleibt.

Warnzeichen, bei denen Sie rasch handeln sollten

Motivation ist wichtig, aber Sicherheit steht über allem. Nehmen Sie neue oder stark zunehmende Schmerzen ernst, besonders wenn sie mit Fieber, starker Schwellung, Rötung, Atemnot, plötzlicher Verwirrtheit oder deutlich schlechterer Belastbarkeit einhergehen. Klären Sie solche Veränderungen zeitnah ärztlich ab, statt sie als normalen Reha-Schmerz zu verbuchen. Wenn jemand wiederholt fast stürzt oder sich nicht mehr allein aus dem Bett oder vom WC mobilisieren kann, braucht es ebenfalls rasch zusätzliche Unterstützung, bevor etwas passiert.

Organisation im Kanton Zürich: Unterstützung, BESA und Finanzierung im Blick behalten

Viele Angehörige stemmen neben Beruf und Familie plötzlich Koordination, Fahrten und administrative Fragen. Im Kanton Zürich kann bei eingeschränkter Mobilität eine Einstufung über BESA relevant werden, um den Pflegebedarf systematisch zu erfassen und Leistungen für Pflege und Hilfsmittel besser zu planen. Je nach Situation spielen auch KVG sowie Leistungen von AHV oder IV eine Rolle. Manchmal taucht das Thema Restfinanzierung auf, wenn nicht alle Kosten gedeckt sind und Angehörige sich finanziell verantwortlich fühlen. Hier lohnt sich frühe Beratung, damit Sie nicht erst reagieren, wenn schon Überlastung da ist.

Als neutraler Orientierungspunkt kann die Spitex Zürich bei der Überbrückung unterstützen, insbesondere wenn nach der Entlassung rasch Hilfe benötigt wird. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen Familien sich eine konstant gleiche Bezugsperson, mehr Zeit pro Einsatz und eine besonders enge Abstimmung rund um Mobilisation und Alltag wünschen. Genau hier setzt SwissCare Züri an.

Wie SwissCare Züri Angehörige entlastet und Mobilisation zuhause stärkt

SwissCare Züri verbindet fachkompetente Pflege mit menschlicher Nähe. Wir helfen dort, wo Mobilisation im echten Alltag stattfindet, zwischen Frühstückstisch, Badezimmer und dem ersten sicheren Gang zur Haustür. Unser Ansatz ist nicht, möglichst viel zu übernehmen, sondern klug zu begleiten, damit Selbstständigkeit Schritt für Schritt zurückkommt.

  • Gemeinsamer Start mit einem klaren Plan für zuhause, abgestimmt auf die Vorgaben von Ärzteteam und Physiotherapie.

  • Unterstützung bei sicheren Transfers, beim Aufstehen, beim Gang mit Hilfsmittel und bei sinnvollen Alltagsroutinen.

  • Wohnungs-Check für Sturzrisiken mit pragmatischen Massnahmen, die sofort umsetzbar sind.

  • Entlastung der Angehörigen durch verlässliche Einsätze und ruhige Anleitung, damit Sie wieder Angehörige sein können und nicht rund um die Uhr Einsatzleitung.

Wenn Sie möchten, beziehen wir Sie aktiv ein, zeigen Handgriffe in Ihrem Tempo und helfen Ihnen, Signale richtig zu deuten. So entsteht Sicherheit auf beiden Seiten und die Mobilisation wird nicht zur täglichen Belastungsprobe, sondern zu einem Prozess mit spürbarem Fortschritt.

Quellen

Quellenhinweise im Text beziehen sich auf die oben gelisteten URLs.

Wenn Sie die Mobilisation nach einem Oberschenkelhalsbruch zuhause sicher und menschlich begleiten möchten, ist SwissCare Züri für Sie da und plant mit Ihnen die nächsten Schritte so, dass Entlastung und Selbstständigkeit zusammen wachsen.

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