Ein Sturz kann vieles verändern, vom kurzen Schreck bis zu längeren Einschränkungen. Die gute Nachricht ist, dass Sie in der Wohnung sehr viel mit kleinen, gut planbaren Anpassungen erreichen können. Wenn Sie Schritt für Schritt vorgehen, entsteht ein Zuhause, das vertraut bleibt und gleichzeitig spürbar sicherer wird.
Diese Anleitung ist so aufgebaut, dass Sie sie in ein bis zwei Durchgängen umsetzen können. Starten Sie am besten mit den Bereichen, die Sie täglich nutzen, also Eingang, Flur, Schlafzimmer, Bad, Küche und Treppen.
Schritt 1 Sie machen einen schnellen Sicherheitsrundgang
Gehen Sie einmal in Ihrem gewohnten Tempo durch die Wohnung und achten Sie darauf, wo Sie ausweichen müssen, wo es eng wird oder wo Sie sich unbewusst abstützen. Genau dort lohnt sich die erste Anpassung. Wenn Sie sich unsicher sind, nehmen Sie Ihr Smartphone zur Hand und notieren Sie sich Raum für Raum, was Sie stört oder wo Sie schon einmal gestolpert sind.
- Sie prüfen Laufwege vom Bett zur Toilette und vom Sofa zur Küche.
- Sie achten auf Übergänge wie Türschwellen, Teppichkanten und Treppenanfänge.
- Sie merken sich Stellen, an denen Sie bei Müdigkeit oder in Eile schneller werden.
Viele Menschen entdecken schon bei diesem Rundgang die typischen Auslöser, herumliegende Dinge, schlechte Sicht am Abend oder rutschige Stellen im Bad.
Schritt 2 Sie beseitigen Stolperfallen konsequent
Stolperfallen sind oft banal und genau deshalb gefährlich. Ein Kabel, das nur einmal quer liegt, oder ein Stapel Altpapier neben der Treppe reicht. Räumen Sie zuerst alles weg, was nicht dauerhaft an diesem Ort sein muss. Danach schaffen Sie sich klare Plätze, damit es nicht nach zwei Tagen wieder gleich aussieht.
- Sie entfernen Kabel, Schuhe, Spielsachen und lose Gegenstände aus Laufwegen, besonders bei Treppen.
- Sie führen Kabel entlang der Wand und befestigen sie so, dass sie nicht hochstehen.
- Sie schaffen im Eingang eine feste Ablage und eine Sitzgelegenheit, damit Schuhe sitzend gewechselt werden können.
Wenn mehrere Personen im Haushalt leben, hilft eine einfache Regel, alles, was am Boden liegt, wird am gleichen Tag weggeräumt. Das reduziert Unfälle ohne grossen Aufwand.
Schritt 3 Sie verbessern das Licht, ohne zu blenden
Gutes Licht ist eine der wirksamsten und unterschätzten Massnahmen. Im Alltag passt sich das Auge zwar an, doch bei Dämmerung, Nacht und schnellen Wechseln von hell zu dunkel steigt das Risiko deutlich. Ziel ist eine helle, gleichmässige Ausleuchtung, die nicht blendet.
- Sie prüfen Treppen, Flur und Schlafzimmerwege und setzen hellere Leuchtmittel ein, wo Schatten entstehen.
- Sie installieren Bewegungsmelder oder Nachtlichter für den Weg zur Toilette.
- Sie vermeiden starke Blendung, indem die Lichtquelle nicht direkt ins Gesicht strahlt.
Gerade in Altbauwohnungen in Zürich lohnt sich ein Blick in Ecken und auf Podeste, weil dort oft nur eine einzelne Deckenlampe hängt. Mehrere kleine Lichtpunkte sind häufig angenehmer als ein greller Spot.
Schritt 4 Sie sichern Teppiche und Eingangsbereiche
Teppiche geben Wärme und Struktur, doch sie gehören zu den häufigsten Rutsch und Stolperquellen. Sie müssen Teppiche nicht zwingend entfernen, oft reicht eine saubere Sicherung. Besonders kritisch ist die Fussmatte im Eingangsbereich, weil dort nasse Sohlen und Eile zusammenkommen.
- Sie legen Gleitschutzmatten unter lose Teppiche.
- Sie fixieren Teppichränder so, dass keine Kanten abstehen.
- Sie wählen im Eingang eine bodenebene, rutschsichere Fussmatte.
Wenn Sie einen Staubsaugerroboter nutzen, achten Sie darauf, dass Teppichkanten nicht hochgezogen werden. Wer häufig über einen Teppichrand stolpert, profitiert manchmal mehr von einem klaren Schnitt, also Teppich weg oder vollständig verklebt.
Schritt 5 Sie machen Bad und Küche rutschfest und gut greifbar
Bad und Küche sind Zonen mit Wasser, glatten Böden und vielen Drehbewegungen. Genau diese Kombination führt zu Stürzen. Hier lohnt sich ein Upgrade, das sich sofort im Alltag auszahlt und das Sicherheitsgefühl stärkt.
- Sie bringen in Dusche oder Badewanne Antirutsch Streifen an.
- Sie nutzen Badematten mit Gleitschutz statt dünnen Stoffmatten.
- Sie prüfen, ob Haltegriffe oder ein Duschsitz Entlastung bringen.
- Sie achten in der Küche auf rutschfeste Böden und auf gut erreichbare Ablagen.
Viele Stürze passieren beim Ein oder Aussteigen aus der Badewanne. Ein stabiler Haltegriff und eine klare Routine, erst stabil stehen, dann drehen, reduziert das Risiko spürbar.
Schritt 6 Sie nehmen Treppen und Höhen ernst
Treppen sind für viele Menschen der Ort, an dem sie sich am meisten fürchten. Gute Treppen sind ruhig, frei und klar geführt. Schlechte Treppen werden zur Abstellfläche, genau das sollte vermieden werden. Wenn bauliche Anpassungen nötig sind, lohnt sich eine professionelle Beratung, auch weil kantonale Vorgaben eine Rolle spielen können.
- Sie nutzen Treppen nicht als Abstellfläche und halten Stufen frei.
- Sie markieren Treppenstufenkanten mit gut sichtbaren Antirutsch Streifen, bei Bedarf auch fluoreszierend.
- Sie reparieren beschädigte Stufen, lose Beläge oder wacklige Tritte zeitnah.
- Sie prüfen, ob beidseitige Handläufe sinnvoll sind und lassen dies bei Bedarf fachgerecht umsetzen.
Wenn Sie häufig Dinge die Treppe hochtragen, denken Sie an eine zweite Strategie, zum Beispiel einen Korb, den Sie mit beiden Händen gut halten können, oder Sie transportieren in mehreren kleinen Gängen. Es ist weniger effizient, aber deutlich sicherer.
Schritt 7 Sie stabilisieren Möbel und verbessern das Aufstehen
Viele Menschen stützen sich beim Aufstehen am Regal oder am Rollwagen ab. Wenn ein Möbelstück kippt oder wegrollt, entsteht ein Sturz aus dem Stand. Stabilität ist deshalb ein zentraler Teil der Sturzprävention.
- Sie verschrauben Regale und Möbel, die beim Abstützen nachgeben könnten, mit der Wand.
- Sie arretieren Möbel auf Rollen oder ersetzen sie durch stabile Alternativen.
- Sie wählen Sitzgelegenheiten mit einer angenehmen Höhe, damit Aufstehen ohne Schwung möglich wird.
Ein kleiner Selbsttest hilft. Setzen Sie sich auf Ihren Lieblingsstuhl und stehen Sie langsam auf, ohne sich mit den Händen hochzudrücken. Wenn das nur mit Mühe geht, lohnt sich eine höhere Sitzfläche oder eine gezielte Kräftigung mit Physio oder Ergo.
Schritt 8 Sie passen Hilfsmittel und Gewohnheiten alltagstauglich an
Viele Stürze passieren nicht wegen fehlender Hilfsmittel, sondern weil man schnell improvisiert. Ein wackliger Küchenstuhl wird zum Tritt, Hausschuhe ohne Fersenhalt werden zum Risiko, und schwere Türen werden mit einer ungünstigen Drehbewegung geöffnet. Kleine Anpassungen bringen hier viel.
- Sie verwenden eine standfeste Trittleiter oder einen Klapptritt statt eines Stuhls.
- Sie tragen Hausschuhe mit Fersenhalt und Profil, auch in der Wohnung.
- Sie prüfen, ob Türen und Griffe so eingestellt sind, dass sie bei Bedarf einhändig gut zu öffnen sind.
Gönnen Sie sich ausserdem mehr Zeit für Übergänge, also vom Sitzen zum Stehen und vom hellen Zimmer in den dunkleren Gang. Das klingt simpel, senkt aber das Risiko im Alltag deutlich.
Schritt 9 Sie nutzen Checklisten und holen bei Bedarf Unterstützung in Zürich
Wenn Sie systematisch vorgehen wollen, helfen strukturierte Checklisten. Die digitale BFU Checkliste eignet sich gut, um Raum für Raum zu prüfen und die Empfehlungen als PDF zu speichern. Auch eine Mini Checkliste kann hilfreich sein, wenn Sie nur schnell einschätzen möchten, wo die grössten Risiken liegen.
In Zürich gibt es zudem Angebote, die sehr praxisnah sind. Die Rheumaliga Schweiz bietet Hausbesuche an und unterstützt unter anderem bei der Risikoanalyse und bei konkreten Massnahmen wie dem Fixieren von Teppichen. Die Stadt Zürich arbeitet im Gesundheitszentrum Bombach mit Fachpersonen aus Ergo und Physiotherapie und bietet Programme zur Sturzprävention. Pro Senectute Zürich hat Kurse zur Sturzprophylaxe, die viele Menschen als motivierend erleben, weil Bewegung und Alltagssicherheit zusammenspielen. Auch im Kanton Zürich finden Sie Informationsmaterial, das Bewegung, Ernährung und Stolperfallen verbindet.
Wenn Sie sich eine persönliche Begleitung wünschen, ist SwissCare Züri die herzliche, kompetente Alternative. Wir unterstützen Sie dabei, Prioritäten zu setzen, Massnahmen alltagstauglich umzusetzen und bei Bedarf passende Fachstellen zu koordinieren, damit Sie sich zuhause wieder sicher und frei bewegen können. Spitex Zürich kann dabei je nach Situation ebenfalls ein neutraler Ansprechpartner für Pflegeleistungen sein.
Quellen
- https://www.bfu.ch/de/ratgeber/zuhause-sturzsicher-einrichten
- https://physioswiss.ch/wp-content/uploads/sites/1/bfu_2-250-01_sturzpraevention-im-privaten-wohnraum.pdf
- https://www.rheumaliga.ch/angebote/dienstleistungen/sturzpraevention/hausbesuch
- https://www.rheumaliga.ch/angebote/dienstleistungen/sturzpraevention
- https://zuerich24.ch/articles/284774-zuhause-pruefen-und-stuerze-verhindern
- https://www.stadt-zuerich.ch/artikel/de/gesundheitszentren/innovation-und-forschung/sturzpraevention.html
- https://www.srk-zuerich.ch/aktuell/fokus/gerettet-werden
- https://pszh.ch/begegnung/kurse-machen-sie-mit/indoorsport/fitness/sturzpraevention/
- https://www.gesundheitsfoerderung-zh.ch/publikationen/infomaterial/sturzpraevention
- https://www.gerontologie.ch/aktuell/news/detail/sturzpraevention-im-privaten-wohnraum
Wenn Sie Ihre Wohnung in Zürich sturzsicher machen möchten, begleitet Sie SwissCare Züri persönlich und pragmatisch bei den nächsten Schritten, von der ersten Einschätzung bis zur Umsetzung im Alltag.
